Externe
Therapeutische Angebote
Wir bieten als externe therapeutische Angebote außerhalb unserer Einrichtungen bzw. Maßnahmen derzeit Video-Home-Training und Video-School-Training an:
Video-Home-Training
Video-Home-Training ist ein in den Niederlanden entwickeltes Konzept zur Beratung und Behandlung von Familien mit Erziehungsschwierigkeiten.
In Deutschland wird VHT seit 1990 vom gemeinnützigen Verein SPIN Deutschland e. V. verbreitet und weiterentwickelt.
Das Netzwerk für soziale Dienste bietet das Video-Home-Training entweder als eigenständige Maßnahme oder als integrierten Teil einer anderen Jugendhilfemaßnahme an. Die Arbeitsweise ist ressourcen- und lösungsorientiert. Oft können schon in kurzer Zeit nachhaltig positive Veränderungen erzielt werden.
Wie läuft das VHT praktisch ab?
Die Eltern oder ein Elternteil haben spezielle Erziehungsfragen zu schwierigen Situationen in der Familie oder zum eigenen Verhalten im Umgang mit den Kindern.
Zunächst werden in einem Vorgespräch mit den Eltern die Problemsituation, Wünsche und Erwartungen sowie die Zielvorstellungen gemeinsam erarbeitet. Zur Beantwortung dieser Fragen werden Videoaufnahmen in der Familie gemacht.
Die Videotrainerin kommt mit der Kamera direkt nach Hause und nimmt Bilder vom realen Familienleben auf. Diese Aufnahmen sind Grundlage der gemeinsamen Besprechung von Trainerin und Eltern.
Die Arbeitsweise des Video-Home-Trainings
Die Trainerin geht mit der Kamera in die Familie, macht eine kurze Aufnahme aus dem alltäglichen Familienleben, untersucht die Bilder auf gelungene Kommunikationsmuster und präsentiert sie in Ausschnitten eine Woche später den Eltern. Dadurch wird mit den Eltern am eigenen Modell angemessenes und wirksames Erziehungsverhalten erarbeitet.
Themenschwerpunkte der Auswertung sind:
- Basiskommunikation der Familie
- Lenken und Leiten der Kinder
- Struktur des täglichen Familienlebens
- Hilfreiche Konfliktlösungen
- Entwicklung des Kindes
- Rolle als Mutter/Vater
Zielgruppen des Video-Home-Trainings:
Familien mit Fragen zu Erziehung, Kontakt und Kommunikation
Familien mit:
- verhaltensauffälligen
- lernbehinderten
- hyperaktiven
- essgestörten
- entwicklungsverzögerten
- schulverweigernden Kindern und Jugendlichen
- Schreibabys
Möglichkeiten und Ziele des VHT
Ziel dieser Hilfe ist die bessere Alltagsbewältigung durch vermehrte positive Kontakte der Familie.
- Die Aufnahmen werden von der Trainerin auf positive und aktivierende Weise präsentiert.
- Erfolgreiches Verhalten wird unterstützt, so dass aus gelungenen Situationen gelernt wird.
- Guter Kontakt zu den Kindern wird durch die Bilder hervorgehoben und verstärkt.
- Die Eltern lernen durch die Bilder und deren Analyse, ein neues individuelles Handlungskonzept zu entwickeln und erhalten dadurch die Grundlage, problematische Situationen zu verändern. Sie sind den Eltern hilfreich bei der Beziehungsgestaltung in der Familie.
- Verbale und nonverbale Verhaltensmuster können analysiert und verbessert werden.
Aufnahmeweg und Kosten
- Anträge auf die Bewilligung einer ambulanten Maßnahme sind schriftlich beim jeweils zuständigen Jugendamt zu stellen.
- Das Jugendamt stellt einen Hilfebedarf fest und wählt die für die Familie oder den Jugendlichen geeignete Maßnahme aus.
- Bei Vorliegen der pädagogischen Erfordernisse werden die Aufwendungen in der Regel vom Landratsamt getragen.
- Wir bieten diese Maßnahme auch für Selbstzahler an.
Video-School-Training
Video-School-Training ist eine neue Methode zur fachlichen Begleitung und Supervision von LehrerInnen und PädagogInnen im schulischen Arbeitsfeld und dient der Reflexion des Unterrichts. Es wurde in den Niederlanden entwickelt und in Deutschland vom gemeinnützigen Verein SPIN Deutschland e. V. verbreitet.
Video-School-Training ist ein Handwerkszeug, das erzieherisches Handeln effektiver macht und PädagogenInnen und SchülerInnen die gemeinsame Zeit in der Schule positiver erleben lässt.
Ablauf eines Video-School-Trainings
- Die Lehrerin/der Lehrer hat spezielle Fragen zum Unterricht, zu bestimmten schwierigen Schülern oder zum Verhalten der Klasse.
- In einem Vorgespräch erarbeiten die Lehrkraft und die Video-School-Trainerin gemeinsam die Problemlage, Wünsche und Erwartungen sowie Zielvorstellungen.
- Geeignete Termine werden abgesprochen.
- SchulleiterInnen, Eltern und SchülerInnen werden über das Training informiert und um ihre Zustimmung gebeten.
- Die Trainerin kommt in die Schule und filmt kurze Szenen von realen Unterrichtssituationen.
- Diese Bilder sind Grundlage der gemeinsamen Besprechung von der Trainerin und der Lehrkraft.
Die Arbeitsweise des Video-School-Trainings
- Die Arbeitsweise entspricht weitgehend der des Video-Home-Trainings. Die Bilder werden auf eine aktivierende und positive Weise präsentiert.
- Die Trainerin nimmt in Anlehnung an die Fragestellung der Lehrkraft Bilder in ihrer realen Situation in der Schule auf.
- Nach der Analyse der Bilder werden der Lehrkraft in einer Rückschau ausgewählte Szenen in Bezug auf die Fragestellung gezeigt.
- Die Bildausschnitte werden so gewählt, dass sie Ansätze des erfolgreichen Verhaltens bei LehrerInnen und SchülerInnen zeigen. So kann am eigenen Beispiel aus gelungenen Situationen gelernt werden.
- Die positive Verstärkung durch die Bilder und die Video-School-Trainerin festigen den eigenen Entwicklungsprozess.
Themenschwerpunkte der Auswertung:
- Basiskommunikation im Klassenzimmer
- Struktur und Klassenmanagement
- Instruktionsverhalten der Lehrkraft
- Didaktik und Methodik des Unterrichts
Zielgruppen und Einsatzmöglichkeiten für Video-School-Training:
- LehrerInnen in Ausbildung und Seminaren
- Schwierige Klassensituationen
- Probleme mit einzelnen SchülerInnen
- Video-Supervision für Lehrkräfte
- Intervisionsgruppe von KollegInnen
- Klassenprojekte zur Kommunikation
Geeignet ist VST für LehrerInnen aller Schularten.
Was wird durch das Video-School-Training erreicht?
- Durch die Präsentation der gelungenen Situationen wird das erfolgreiche Unterrichtsverhalten der Lehrkraft unterstützt.
- Problematische Situationen können durch ein neues individuelles Handlungskonzept verändert werden.
- Es wird Hilfe beim Beziehungsaufbau – auch zu weniger anpassungsfähigen SchülerInnen – geleistet.
- Es wird Verständnis für schwierige SchülerInnen und deren Bedürfnisse geweckt. Es sollte erkennbar werden, was diese brauchen, um wieder aktiv am Lernprozess teilnehmen zu können.
- Guter Kontakt zu den SchülerInnen und klare Unterrichtsstruktur werden durch die Bilder hervorgehoben.
Je nach Fragestellung erfordert ein erfolgreiches Training drei bis sechs Aufnahmen, die strukturiert ausgewertet werden. Die Bilder bleiben Eigentum der Lehrkraft und unterliegen der Schweigepflicht.